Reichsburg Kyffhausen (12km)
Die Oberburg war die größte Burganlage der einstigen Reichsburg Kyffhausen. Alle noch vorhandenen Ruinen im unteren Teil der Oberburg wurden beim Denkmalbau Ende des 19. Jahrhunderts zerstört. Dabei wurden keine Aufzeichnungen über die Lage der Ruinen und die Art der Gebäudereste gemacht, so daß wertvolle Informationen für immer verlorengingen.
Nur wenige Bauwerke der einstigen Oberburg sind noch heute zu sehen. Diese befinden sich alle im gut erhaltenen westlichen Teil der Burganlage.
Das auffälligste Gebäude der Oberburg ist der Stumpf des Barbarossaturms. Seit Jahrhunderten prägt dieser Bergfried das Gesicht des Burgberges und der Ruine der Burg Kyffhausen. In der Stauferzeit wurde der Barbarossaturm als Wohnturm und letzte Zufluchtstätte errichtet und war damals etwa 30 Meter hoch. Mit einer Mauerstärke von 3 Metern im unteren Bereich und einem Eingang in 10 Meter Höhe war er seinerzeit praktisch uneinnehmbar. In den 90er Jahren des 20. Jahrhunderts wurde der Barbarossaturm aufwendig saniert.
Ein weiterer gut erhaltener Teil der Oberburg ist das Burgtor. Es ist ein einfaches Kammertor und besitzt keine der typischen Verteidigungsanlagen wie Zugbrücke oder Gußlöcher. Das Burgtor ist historisch besonders wertvoll, da es noch in seiner ursprünglichen romanischen Form erhalten ist.
Eine besondere Attraktion ist der Burgbrunnen. Er ist 176 Meter tief und damit der tiefste Burgbrunnen Europas. Der Brunnen wurde in reiner Handarbeit in den Felsen geschlagen. In den 30er Jahren des 20. Jahrhunderts wurde der bis dahin verschüttete Brunnen freigelegt und restauriert. Seit dieser Zeit können die Besucher der Burg wieder einen Blick über den Brunnenrand in die Tiefe riskieren. Es ist immer wieder beeindruckend, zu beobachten, wie lange das aus einem Becher in den Brunnen geschüttete Wasser benötigt, um bis zum Grund zu gelangen.
